Stolpersteine bei Weihnachtspräsenten

Weihnachtspräsent – Was verschenkst du ?

Es ist wirklich nicht mehr lange Zeit und wenn du deinen Kunden etwas schenken möchtest, solltest du das jetzt planen. Dabei gibt es einiges, dass du bedenken solltest, damit dein Geschenk auch wirklich gut ankommt!

Irgendwas müssen wir machen – aber was?

Weihnachtspräsente bekommen fälschlicherweise oft eine Sonderstellung in Unternehmen. Im Grunde genommen ist es ganz einfach: Ein Präsent in welcher Form auch immer, dass du für deine Kunden planst ist eine Marketingaktion. Wie bei allen Maßnahmen sonst auch, solltest du dir klar machen, was dein Ziel ist. Ja, du liest richtig: dein Ziel. Auch wenn Weihnachten das Fest der Liebe ist und in vielen Branchen die wichtigste und umsatzstärkste Zeit des Jahres…Auch ein Geschenk braucht im Businesskontext ein Ziel, damit es nicht verpufft.

Weihnachten ist ein schöner Anlass, dich Kunden ins Gedächtnis zu rufen, dich zu bedanken oder einen Anreiz zu schaffen etwas zu kaufen, weil du ein besonderes Angebot machst.

Überlege dir also, was dein Anliegen ist, wenn du deinen Kunden etwas „schenkst“. Allerdings solltest du dich davor hüten, „irgend etwas“ zu tun. Mache dir klar, dass Weihnachten überall ist, deine Kunden mit unzähligen Botschaften überhäuft werden und du es nicht leicht hast, heraus zu stechen oder in Erinnerung zu bleiben.

Wenn dein Ziel klar ist, definiere deine Zielgruppe(n). Wen willst du beschenken? Bei Geschäftspartnern ist die Frage, wer das Geschenk in Empfang nimmt. Willst du der Geschäftsführung danke sagen, oder deinem Ansprechpartner eine Freude machen? Bei unterschiedlichen Zielgruppen achte darauf, dass dein Präsent auch zur Zielgruppe passt.

 

Früher war mehr Lametta

Loriot als Opa Hoppenstedt bemängelte schon in seinem legendären Sketch: Weihnachten bei Hoppenstedts, dass es früher mehr Lametta gab. Ähnlich ist es mit den Weihnachtspräsenten. Mein Vater brachte als Freiberufler zu Weihnachten Unmengen an Werbegeschenken von Firmen und Vertretern mit nach Hause.

Vor 20 Jahren waren Weihnachtspräsente nicht nur häufiger, sondern auch die Art der Präsente war anders.

Zu der Zeit hatten wir noch einen „festen“ Briefträger, der alle Nachbarn mit Namen kannte und von dem jeder wusste, dass er gerne mal einen „Kurzen“ nahm. So hat sich damals niemand etwas dabei gedacht, wenn der Briefträger bei uns in der Straße mehrere Flaschen seines Lieblingscognacs zu Weihnachten bekam. Das ist heute kaum denkbar.

Grundsätzlich solltest du also schauen, ob dein Präsent sich nicht als Minenfeld entpuppen kann. Dein Anliegen ist ja, Kunden eine Freude zu machen und das bedeutet Konfliktfelder zu vermeiden.

Erinnere dich an dein Ziel und finde ein Präsent, dass es bestmöglich unterstützt.

 

Compliance – nicht zu unterschätzen!

Seit einigen Jahren bekommt auch in Deutschland der Begriff „Compliance“ mehr Bedeutung. Viele Unternehmen entwickeln Leitlinien oder geben Geschäftsanweisungen heraus, die regeln, ob und in welchem Umfang ein Arbeitnehmer Geschenke überhaupt annehmen darf.

Das Ziel ist im Vorwege zu vermeiden, die eigenen Mitarbeiter in Interessenskonflikte zu bringen. Wenn ein Mitarbeiter ein hochwertiges Geschenk annimmt, nicht zuletzt mit der Erwartung einer Gegenleistung, schädigt das seinen Arbeitgeber und er macht sich der „Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr“ schuldig.

Du solltest auf jeden Fall in Erfahrung bringen, wie die Richtlinien im Unternehmen deines Gegenübers sind und Geschenke vermeiden, die das „übliche Maß“ übersteigen. Immer mehr Unternehmen setzen sich mit Compliance auseinander und die Unsicherheit ist groß. Es ist nicht leicht zu entscheiden, was das „übliche Maß“ denn nun für dich und deine Kundengeschenke bedeutet. Im Ergebnis verzichten immer mehr Unternehmer gänzlich darauf, Weihnachtspräsente zu verschenken.

Mehr Informationen zu Compliance und Geschenken findest du in diesem umfangreichen PDF.

 

Planung – jetzt aber los

OK, Ziel und Zielgruppe definiert, Compliance überprüft…Dann wird es jetzt Zeit, deine Idee so schnell wie möglich umzusetzen. Wenn du zum Beispiel individualisierte Kalender oder spezielle Werbemittel möchtest, kann es sein, dass du jetzt schon spät dran bist. Schließlich haben viele Hersteller Produktionszeiten von mehreren Wochen und deine Präsente musst du auch noch verteilen oder verschicken.

Am Besten machst du dir einen Plan und trägst alles zusammen, was es zu bedenken und zu erledigen gibt, rund um deine Weihnachtspräsente. Angefangen bei der Auswahl deines Lieferanten, Termine für Druckfreigaben oder auch Auslieferung und Übergabe an den Präsentempfänger denk auch an die Zeit, die es kostet Karten zu schreiben und Geschenke zu verpacken.

Egal für welche Art von Präsent du dich entscheidest: Verzichte auf keinen Fall darauf, es nach deinem Corporate Design zu branden. Mit manchen Präsenten ist das ganz leicht, manche Artikel sind bereits Botschafter einer Marke.

Da ich in der deutschen Marzipanstadt geboren bin und ganz in der Nähe wohne, ist Marzipan hier in der Region ein sehr beliebtes Weihnachtspräsent. Aber Vorsicht: So ein Pralinenkasten ist ein gut gebrandeter Markenartikel und du willst doch keine Werbung für einen Marzipanlieferanten machen, oder?

Finde einen Weg, dich mit deinem Logo und deinem Design auf dem Präsent zu verewigen, zum Beispiel mit einer Banderole, einem Aufkleber oder einer speziellen Verpackung.

Am Wichtigsten ist, dass dein Kunde weiß, von wem das Präsent kommt. Ansonsten kannst du dich lieber selbst durch die Bandbreite des Lübecker Marzipans futtern…Wirklich empfehlenswert!

 

Willst du, oder soll die Post?

Jetzt solltest du dir Gedanken machen, wie dein Präsent zum Kunden kommt. Für besondere Kunden ist das persönliche Überbringen deines Geschenks ein schöner Anlass „danke“ zu sagen. Bedenke dabei, dass eine Reihe Unternehmen vor Weihnachten viel zu tun haben und überlege dir genau, wann ein kurzer Besuch passt und ob du dich vorher ankündigst.

Bei Präsenten, die du verschickst, solltest du die Gelegenheit nutzen und deinen Verteiler auf Aktualität überprüfen. Vielleicht nutzt du ja auch ein CRM, in dem du alle relevanten Kontakte mit deinen Kunden dokumentierst. Das kann über das Jahr hilfreich sein, nicht nur um für deine Weihnachtspräsente verschiedene Zielgruppen zu definieren.

 

Weihnachtspräsent – zeitgemäß oder Auslaufmodell

Nach allen Vorüberlegungen kann es sein, dass du zu dem Schluss kommst, dass es gar nicht so einfach ist, das richtige Präsent für deine Kunden zu finden. Vielleicht gibt es gute Alternativen. Klar, die meisten Menschen freuen , wenn sie etwas (Sinnvolles) geschenkt bekommen, aber genau das ist die Schwierigkeit.

Frage dich, ob es dir etwas bringt, wenn sich in einer Abteilung eines Unternehmens 5 Leute darüber einigen müssen, wer denn jetzt dein Präsent mitnehmen darf. Ehrlich gesagt finde ich es auch wenig zielführend, wenn dein Geschenk zum Präsentbingo kommt, das manche Unternehmen durchführen, um die Zuwendungen „gerecht“ an ihre Mitarbeiter zu verteilen.

Insgesamt geht die Tendenz zu weniger Geschenken als es noch vor ein paar Jahren üblich war. Neben den Einflüssen der Compliance-Thematik hat sich auch die Einstellung zum Geben geändert. Was vielleicht früher als großzügig galt, wird heute eher als Verschwendung betrachtet. Rund um die Weihnachtspräsente gibt es also sehr viele Stolpersteine, die du im Blick haben solltest.

In meinen Augen ist das klassische Weihnachtspräsent ein Auslaufmodell. Um deinen Kunden ein zeitgemäßes Geschenk zu machen, denk darüber nach, was wirklich zu ihnen passt, ihnen einen Mehrwert bringt oder so originell ist, dass es ihnen im Gedächtnis bleibt.

Da immer mehr Menschen das Thema Nachhaltigkeit wichtig finden, gehört zu einem „vernünftigen“ Weihnachtspräsent auch wenig bis gar kein Müll. Noch so ein Stolperstein…

 

Garantiert fettnäpfchenfrei:

1. Weihnachtskarte

Eine schöne, mit einem persönlichen Gruß versehene Weihnachtskarte ist wahrscheinlich überall willkommen. Sie ist leicht zu branden, und erreicht die Richtigen.

Investiere in die Qualität deiner Karte und formuliere einen persönlichen Text. Sei kreativ, verschicke Karten mit eigenen Fotos, mit integriertem Adventskalender oder aus Filz. Lasse dir etwas einfallen, wenn du aus der Flut der Weihnachtspost herausstechen möchtest.

2. Sponsoring

Statt etwas Kunden zu verschenken, überlege was du an Weihnachten unterstützen und sponsern möchtest und rufe deine Kunden auf, mitzumachen.

Zeige dich als Unternehmer, der denen etwas schenkt, die es wirklich brauchen. Das wirkt sympathisch und ist auf jeden Fall eine gute Sache. Deine Kunden zum mitmachen zu bringen sorgt ganz nebenbei für positive Interaktion.

3. Ein gutes Angebot

Gibt es etwas, was du als Weihnachtsangebot oder Weihnachtsaktion anbieten kannst, vielleicht auch nur für einen kleinen Teil deiner Kunden?

Schön sind Dinge, bei denen deine Kunden mitmachen können, ein Wettbewerb, ein interaktiver Weihnachtskalender oder ein Gewinnspiel. Da können deine Kunden selbst entscheiden, ob sie dein „Geschenk“ haben wollen.

4. Ideen gesucht?

Die Zeitschrift t3n hat noch ein paar originelle Ideen für Spätentschlossene gesammelt. Vielleicht ist ja für dich etwas dabei. Hier geht es zum Artikel.

 

Fazit:

Die Entscheidung, ob du etwas verschenkst, was genau und an wen ist nicht leicht. Wichtig ist, dass dein Geschenk genau zu deinen Kunden passt.

Vielleicht fragst du ein paar von ihnen einfach, wie sie das einschätzen? Finde deinen Weg mit dem was zu dir passt! Nur so kannst du aus der Masse der Weihnachtszuwendungen herausstechen.

 

Was wirst du dieses Jahr tun? Weihnachtspräsente verteilen oder eher nicht? Lass mich wissen, ob du meine Einschätzung teilst oder wie das Thema siehst. Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, wäre es schön, wenn du ihn teilst!

 

 

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