Minenfeld! Sieben Sätze, die du deinem Freelancer ersparen solltest

Sieben Sätze, die du deinem Freelancer besser ersparst

Die Website überarbeiten, Texte für die Flyer erstellen oder Portraits für deine Website…Die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister und Freelancer kann so schön sein:

Ein klarer Auftrag, der schnell und kompetent ein perfektes Ergebnis bringt.

Die Realität sieht oft anders aus und diese Sätze haben großen Anteil daran. Bitte lasse sie in der Schublade! Sie versauen dein Freelancer-Karma und dein Projekt wahrscheinlich auch…

Es ist eilig, schaffen Sie das bis morgen?

Die Natur ist schlau und schaltet in „Grenzsituationen“ auf Autopilot. Bei Klettertouren im Hochgebirge, Havarie auf der Segeljolle oder beim Basejumping ist es lebenswichtig, das dein Körper Adrenalin ausschüttet. Das bedeutet körperlich  sehr angespannt zu sein und dich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Das ist ungefähr der Zustand, in den du einen Freelancer bringst, wenn das Zeitfenster so eng gesteckt ist. Meinst du ein Profi arbeitet besser, wenn er keine Zeit hat, besonnen und überlegt zu handeln?.

Kurz und knapp:

Im schlimmsten Fall liefert dein Freelancer eine schlechtere Qualität ab, als er sonst leisten kann. Ein enger zeitlicher Rahmen erzwingt Kompromisse und verhindert ausgiebige Tests. Wenn du vernünftig planst, bekommst du sicher mehr für dein Geld.

Können wir am Preis noch etwas machen?

Lass mich raten: Du erwartest hochwertige, maßgeschneiderte und pünktliche Arbeit von deinem Freelancer. Dir ist wichtig, dass er dir zeitnah antwortet. Er stellt für dich zuverlässigen Ansprechpartner dar, der Zeit für dich und deine Fragen hat..

Die meisten Dienstleister sind gerne für ihre Kunden da. Für ihren persönlichen und lösungsorientierten Ansatz finde ich eine angemessene Bezahlung nur richtig. Schon wenn du ein Angebot bekommst, kannst du entscheiden, ob dir die Leistung den Preis wert ist. Später zu versuchen, die Leistung günstiger zu bekommen verbietet sich in meinen Augen.

Hier bei uns im Norden wird noch viel mit Handschlag besiegelt..und der gilt!

Unsere Zielgruppe? Alle!

Eine der wichtigsten Fragen in einem Briefinggespräch ist: Wer ist die Zielgruppe? Bitte antworte auf keinen Fall „Alle“. Sei dir sicher, dass du durch alle Sparten tiefes Entsetzen erntest, egal ob beim Grafiker, Texter oder Social Media Berater.

Diese Antwort hilft weder deinem Arzt, der wissen will, welches Körperteil dir weh tut, noch dem Kellner, der dich nach deinem Wunschgetränk fragt.

Entscheide Dich! Wenn du in der glücklichen Lage bist, dass Menschen aus sehr unterschiedlichen Gruppen dein Produkt gerne kaufen, ist das großartig.

Mache dir bewusst, dass es sinnvoll ist, jede dieser Gruppen auf ihre Weise anzusprechen. Zur Zielgruppe „Alle“ gehören so viele Menschen, dass du niemanden direkt erreichst.

 

Die Briefing Checkliste
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Da rede ich nicht gerne drüber!

Der Auftrag ist fast fertig, der erste Entwurf liegt auf deinem Tisch und da schreibt der Texter etwas von umweltfreundlich. Das ist doch eins dieser gefährlichen Worte, die du nie in den Mund nimmst. Du thematisierst erst gar nicht,  dass ihr leider noch bleihaltige Mittel einsetzt. Das geht noch nicht anders…Na ja, eigentlich schon, aber  das ist euch zu teuer..

Warum macht der das?

Die einzig mögliche Erklärung: du hast das Briefing nicht ernst genug genommen und vergessen ihn über die „Minenfelder“ aufzuklären.

Nur wenn dein Freelancer auch die Fallstricke deines Business kennt, kann er helfen, die Fettnäpfchen auszulassen.

Vertrau deinem Dienstleister und erzähle ihm wirklich all die Dinge, die er besser über dein Geschäft, deine Branche und deine Konkurrenz wissen sollte. Nur so kann er für dich einen professionellen Umgang mit „ungünstigen“ Umständen finden.

Machen Sie mal

Mit diesen Worten beginnen Projekte, die später teuer werden. Das liegt einfach daran, dass die Aufgabe unklar ist und immer wieder nachgearbeitet wird. Das kostet Geld. Diese Aufträge sind zäh und enttäuschen meist beide Seiten. Statt deinem Freelancer damit Freiraum zu geben, bescherst du ihm schweißnasse Hände und schlaflose Nächte. Spätestens nach diesem Satz weiß er, dass DU nicht genau weißt, was DU willst.

Wie soll er für dich punktgenau arbeiten und verstehen, was du tust und was dir wichtig ist? Du zwingst ihn, verschiedene Dinge zu probieren und nachzufragen. Wenn du jetzt einwendest, das es die Arbeit des Freelancers ist, Ideen zu entwickeln und zu beraten..

Ja, das stimmt. Das ist ein wichtiger Teil im Leben eines Freelancers. Er kann dich aber nur beraten, wenn du mit ihm klar besprichst, was du dir vorstellst. Im Idealfall arbeitet ihr in eurem gemeinsamen Projekt auf Augenhöhe zusammen. Als Kunde weißt du am Besten, was du tust und was dich antreibt. Dein Freelancer sorgt dafür, dass der Auftrag fachlich korrekt und kreativ umgesetzt wird.

Ihr braucht euch gegenseitig, um Ziele festzulegen und gemeinsam Lösungen zu finden. Sei dir bewußt, dass du als Auftraggeber einen wichtigen Beitrag zum Erfolg leistest.

Das gehört doch jetzt mir, oder?

Das Thema Nutzungsrechte bietet eine Menge Zündstoff. Daher wundere ich mich immer wieder, dass bei Aufträgen so wenig darüber gesprochen wird. Ganz grundsätzlich ist vielen nicht bewußt, dass Urheberrechte nicht übertragbar sind, auch nicht wenn du das Werk bezahlst. Dein Grafiker, Fotograf oder auch Texter wird immer der Urheber bleiben.

Genaugenommen bezahlst du ihn dafür, dass er ein für dich maßgeschneidertes Werk erstellt und es dir zur Nutzung überlässt. Daher ist es so wichtig zu besprechen, wie und in welchem Umfang du das Werk, also den Text, die Grafik oder das Layout nutzen willst und darfst.

Manche Designer sind zurecht empfindlich, wenn sie feststellen, dass ihr Design ungefragt weiterverkauft wurde oder statt nur auf einem Flyer plötzlich in der ganzen Stadt plakatiert wird. Am Besten besprichst deine Vorstellungen bevor der Auftrag losgeht . Du klärst, wie du das Ergebnis des Auftrags einsetzen wirst und wie hoch die Nutzungsgebühren sind. Einen Leitfaden für die Berechnung findest du hier.

Ich bin mir nicht sicher, ob es das ist…

Dein Freelancer und du habt viele Details geklärt und der Auftrag geht seinen Gang. Die ersten Entwürfe haben dir gefallen und jetzt ist das Projekt fast fertig. Dir kommen Zweifel und du zeigst die Entwürfe einigen „Experten“ aus deinem Bekanntenkreis, die ein vernichtendes Urteil abgeben. Dein erster Impuls ist, den ganzen Prozeß zu stoppen bevor es zu spät ist. So laufen manche Projekte, bei denen kurz vor Schluß (fast) alles noch mal über den Haufen geworfen wird.

Hast du nicht genug Vertrauen in deinen Freelancer?

Ich nehme an, dass du dein Auto in die Werkstatt gibst, statt selbst den Auspuff zu wechseln, oder? Warum? Weil es da Fachleute gibt, die schneller, sicherer und besser diese Arbeit machen, als wenn du dir tagelang Youtubevideos anguckst und erst einmal passendes Werkzeug und Teile besorgen musst. Vielleicht setzt du in deine Werkstatt das Vertrauen, das auch dein Dienstleister für dein Marketingprojekt braucht.

Es gibt einen großen Unterschied: Der Werkstatt wird kaum jemand erzählen, dass ihre Arbeit nicht richtig ist oder anders gemacht wird. Frag‘ mal Grafiker, Texter oder PR-Leute, wie oft ihnen schon Autodidakten begegnet sind, die ihnen ihre Arbeit erklären. Guido Augustin hat bei Basic Thinking einen schönen Artikel zum digitalen Pfusch geschrieben.
Dein Dienstleister beherrscht seinen Job und hat in der Vorbereitung alle Infos zusammen getragen, die er braucht, um ein optimales Ergebnis zu bekommen.

Schenk‘ ihm dein Vertrauen oder verbessere deinen Prozess,  den richtigen Freelancer für dein Projekt auszusuchen.

Übrigens: Immer neue Korrekturschleifen kosten Geld und Zeit. Überleg‘ dir also genau, an welcher Stelle du Korrekturen aufgibst.

Fazit:

  • Suche dir deinen Dienstleister in Ruhe aus und informiere dich, was seine Dienste kosten.
  • Mache für jeden Auftrag ein vollständiges Briefing, dass alle Ziele, Etappen und Aspekte enthält. Das macht einiges klar – für deinen Dienstleister und für dich.
  • Wenn unterwegs Schwierigkeiten oder Unklarheiten entstehen: Besprich das sofort! Du willst doch deinen Zeitplan und das Budget einhalten, oder?
  • Kläre unbedingt, wie ihr mit Änderungen und Korrekturen umgeht
    Da es keinen Auftrag ohne Korrekturen gibt, nehmen viele Dienstleister  die Korrekturläufe mit ins Angebot auf. Besprich den Ablauf genau und kläre, wann das Maß der enthaltenen Korrekturen überschritten ist. Das spart Zeit, Geld und Nerven.
  • Sei lieb zu ihm. Ein höflicher Umgang ist ein guter Boden, um eine langfristige Zusammenarbeit  für beide Seiten erfüllend zu gestalten. Gegenseitige Wertschätzung ist wundervoll!

Wie stellst du sicher, dass die Zusammenarbeit mit deinem Dienstleister klappt?

Ich freue mich über deinen Kommentar!

2 thoughts on “Sieben Sätze, die du deinem Freelancer besser ersparst

    1. Vielen Dank! In meinen Augen beginnt alles mit Mißverständnissen, die Nerven kosten und am Ende auch Geld…Kommunikation ist die Basis für gutes und nicht zuletzt erfolgreiches Miteinander. Das gilt für beide Seiten – Auftragnehmer, aber auch Auftraggeber.

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