Kehrwochen für dein Marketing

Kehrwochen für dein Marketing

Wie jedes Unternehmen wirst du auch eine Reihe von Kommunikationsmitteln haben, oder? Wie lange hast du sie dir nicht mehr genau angeschaut?

Jetzt zum Jahreswechsel ist der richtige Zeitpunkt, die Kehrwochen für dein Marketing einzuläuten. Nimm dir ein wenig Zeit, um deine Unterlagen und Texte auf den Prüfstand zu stellen und auszumisten.

1. Visitenkarten

Die Visitenkarte ist nur ein kleines Stück Papier und doch spielt sie eine große Rolle im Marketing. Wenn du sie auf Netzwerkveranstaltungen oder Events möglichen neuen Kunden in die Hand drückst, wird sie auf 85mmx55mm zu deinem Aushängeschild.

Nimm dir also deine Karte und überprüfe genau, ob alle Daten noch stimmen, angefangen bei der Adresse bis hin zu deiner Berufsbezeichnung.

Bitte keine Provisorien!

Ganz grundsätzlich empfehle ich Kunden immer kleine Auflagen zu produzieren. Bevor du sagst: „Ich habe da noch so viele…“, wirf ausgediente Karten weg oder lass dein Kind damit basteln. Auf keinen Fall gehören sie in die Hände fremder Menschen.

Aufkleber, auch noch so „dezent“ angebracht sind keine Lösung, um deine Drucksachen auf den neuesten Stand zu bringen. Das wirkt unprofessionell und dient eher der Abschreckung. Da du neue Karten bei Onlinedruckereien ab 16 € netto bekommst, spielt der finanzielle Verlust nicht wirklich eine Rolle.

Du hast eine Facebookfanpage oder XING ist ein wichtiger Kanal für dich? Denk‘ daran, dass du Visitenkarten verteilst, damit dein Gegenüber sich mit dir vernetzt. Mache es also möglichst leicht, dich zu finden, wo du gefunden werden möchtest.

Übersicht durch QR-Code?

Eine Zeit lang war der QR-Code oft im Gespräch, um Daten hinter hässlichen schwarz-weißen Felder zu verbergen. Mit einer Scanapp auf dem Telefon oder Tablett kann der Empfänger diese Daten auslesen, zum Beispiel Kontaktinformationen oder eine Internetadresse. Mittlerweile sind QR-Codes in unzähligen Formen und Farben sogar mit Logo möglich. Bisher haben sich QR-Codes nicht durchsetzen können und werden es meiner Einschätzung nach auch nicht mehr tun.

NFC – was ist das?

Viel eleganter ist NFC, ein relativ neues Verfahren, um Daten zu übertragen. Angeblich sollen fast alle neueren Smartphonemodelle mit dem NFC Standard ausgestattet sein. Aldi überlegt bereits, NFC zu nutzen, um den Zahlungsverkehr abzuwickeln.

Mittlerweile verarbeiten eine Reihe von Druckereien die kleinen Chips in Drucksachen. Das macht aus deiner Visitenkarte einen kleinen Datenträger, der neben deinen Kontaktdaten deine Apps, sozialen Profile oder Landingpage in sich trägt, ohne dass die Optik darunter leidet. Ich finde, das ist eine schicke (leider nicht ganz preiswerte) Alternative zum QR-Code.

2. Flyer/Broschüren und Kataloge

Im Sinne der „Kehrwochen für dein Marketing“ schaue dir deine Flyer und Broschüren an, ob sie inhaltlich und äußerlich noch deinem jetzigen Stand entsprechen. Die Produktion umfangreicherer Drucksachen kostet nicht viel mehr als Visitenkarten und verlangt ebenso nach aktuellen Daten. Veraltete Unterlagen verfehlen ihre Wirkung und schaden deinem Ruf. Am Besten überlegst du dir, ob und welche Dinge du regelmäßig anpassen musst, bevor du sie produzierst.

Kleine Auflagen sind die bessere Wahl

Die Druckkosten sind so gering wie noch nie, dank der unzähligen Onlinedruckereien. Das verführt zu großen Auflagen. Im Sinne des Umweltschutzes empfehle ich dir trotzdem lieber weniger Exemplare zu drucken, denn Druckprodukte behalten ihre Farbtreue nur eine gewisse Zeit. Sobald die Farben verblassen oder Ecken angestoßen sind, solltest du Drucksachen wegwerfen. Visitenkarten, Broschüren oder bedruckte Verpackungen lagerst du am Besten trocken und dunkel. Vermeide vor allem Sonnenlicht, da sie sehr empfindlich für UV-Strahlung sind.

Welches Format ist das Richtige?

Stelle dir die Frage, ob du wirklich einen Flyer brauchst, eher eine Broschüre zu deinem Angebot passt oder eine ganz andere Form dir hilft, deine Kunden anzusprechen. Das hängt davon ab, wie deine Kunden zu dir kommen, wie du sie erreichen willst und wo sie sich aufhalten. Sei ehrlich zu dir selbst. Der schlechteste Grund ein Format zu wählen ist, weil es deine Konkurrenz auch benutzt. Wähle deine Mittel mit Bedacht und orientiere dich an den Bedürfnissen deiner Kunden.

Für mich haben durchschnittliche Flyer und Broschüren ihre beste Zeit lange hinter sich. In der Flut von Publikationen on- und offline muss dein Druckprodukt etwas Besonderes sein, um Aufmerksamkeit zu bekommen und nicht im Müll zu landen.

Bei mir persönlich haben es Flyer im Din-Lang Format am schwersten. Ich nehme sie nur sehr selten mit. Das extreme Hochformat ist überstrapaziert, langweilig und sieht selten gut aus. Oft wird es als aufgeblasene Visitenkarte oder vollgestopfte „Infobroschüre“ mißbraucht. Befürworter werden mir antworten: Es ist leicht verschickbar. Mal ehrlich: Wieviele Flyer verschickst du?

Sei kreativ und überleg‘ dir, welche Formate zu dir passen und ob sie das Ziel erreichen: Interesse wecken und einen Anreiz bieten, sie mitzunehmen und aufzuheben!

3. Briefbogen

Auf deinem Briefbogen sollten alle wichtigen Informationen zu deinem Geschäft untergebracht sein, angefangen von der Adresse, Telefonnummer bis hin zur Kontoverbindung. Frage deinen Berufsverband oder deine zuständige Kammer, was du in deinem Bereich rechtlich beachten solltest.

Wenn du umsatzsteuerabzugsberechtigt bist, gehört auf jeden Fall deine Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer auf den Briefbogen. Bei der IHK habe ich ein PDF gefunden, dass dir die unterschiedlichen Standards für verschiedene Gesellschaftsformen zeigt.

Die Din-Norm für Briefbögen zeigt dir, welche Maße und (optischen) Standards nach DIN zu einem idealen Briefbogen gehören.

4. (Website-)Texte

Mir passiert es oft, dass ich fremde Texte lese und vorhandene Fehler mir geradezu ins Auge springen. Bei meinen eigenen Texten ist das anders. Da fehlt mir der Abstand, um Fehler sofort zu finden. Daher greife ich gerne auf technische Unterstützung zurück.

Mein Lieblingstool ist die Textprüfung bei der Wortliga (alternativ ), die dir schnell aufzeigt, ob dein Text gut lesbar ist, zu lange Sätze enthält oder gespickt ist mit Füllwörtern. Mehr Tools zum Schreiben und Prüfen findest du bei Sven Lennartz von Conterest.

Gute Unternehmenstexte, ob für das Web oder für analoge Medien sind leicht lesbar und aktuell. (Branchenfremde) Testleser können Wunder bewirken, wenn sie dir ein Feedback geben. Du bekommst klare Antworten, ob du dich klar genug ausdrückst, deine Texte ansprechend wirken oder deine Leser verwirrt zurückbleiben.

Richtig Korrektur lesen

Ein Tipp noch: Bitte versuche nicht am Bildschirm Korrektur zu lesen. Das gelingt selten, weil deine Augen schneller ermüden und der Abstand fehlt. Übersehene Fehler sind nicht nur eine Folge von Zeitdruck und mangelndem Abstand, sondern auch von falscher „Technik“. Es hat einen Grund, warum der Lektor ein eigener Beruf ist. Evgenij Unker ist professioneller Lektor und hat wertvolle Tipps zusammengestellt, wie du deine Texte selbst lektorieren kannst.

5. Social Media Profile

Egal auf welchen sozialen Kanälen du unterwegs bist, überprüfe regelmäßig deine Profile. Es vergeht kaum ein Monat ohne Änderungen in einem sozialen Netzwerk. Oft sind die Formate der Profil- oder Headerbilder betroffen und bekommen neue Maße. Dann bist du gefragt, deine Profil- und Headerbilder zu überarbeiten. Die richtigen Bildformate findest du im Social Media Cheat Sheet in einer Übersicht, das übrigens jährlich neu erscheint. Hast du schon deine Social-Media-Profile von Weihnachtsheadern und Neujahrswünschen befreit? Nutze die Gelegenheit, deine Social-Media-Profile in einen Guss zu bringen.

Frag‘ Dich:

  • Sind die Profilbilder einheitlich, positiv und stimmig?
  • Sind die Beschreibungen deines Profils (Bei Twitter zum Beispiel „Bio“ genannt, bei Facebook „Info) aufeinander abgestimmt?
  • Passen die Auftritte in den sozialen Medien zu den analogen Kommunikationsmitteln?

Die Möglichkeiten, dein Unternehmen auf sozialen Netzwerken zu präsentieren, sind sehr unterschiedlich. Während du bei Twitter für dein Profil 140 Zeichen zur Verfügung hast, bieten dir XING oder Google+ Platz für ein umfangreiches Portfolio. Idealerweise erkennen deine potentiellen Kunden und Interessenten dein Unternehmen auf allen Kanälen leicht wieder. Ein Kommunikationskonzept hilft dir diese Hürde zu nehmen. Notiere darin, welche Ziele übergreifend sind und was du spezifisch mit diesem Medium erreichen möchtest.

Wirf einen Blick durch die Brille deiner Besucher

Bevor du also jetzt überlegst, ob du auch noch dem einen oder anderen Kanal beitrittst, schau dir deine vorhandenen genau an und versuche sie aus der Perspektive deiner Besucher zu betrachten. Kann ich dein Unternehmen auf allen Plattformen mit der „gleichen“ Botschaft antreffen?

Frag‘ in deinem Netzwerk nach Testbesuchern, die einen Blick auf deine sozialen Kanäle, deine Website und deine Unterlagen werfen und dir ein Feedback dazu geben.

In nächsten Wochen schreibe ich noch einen zweiten Teil, in dem ich dir erzähle, welche Bereiche in deinem Marketing sich auch über die Kehrwochen freuen.

Hinterlasse mir doch einen Kommentar und erzähle mir, was du vom Staub befreist!

One thought on “Kehrwochen für dein Marketing

  1. vielen dank für deine checkliste zur kommunikations-.kehrwoche. es sind wieder mal wunderbare und nützliche tipps. dann mal ran an den digitalen frühjahrsputz!

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