Corporate Design – 10 Punkte Plan

Corporate Design – deine optische Visitenkarte

Das Corporate Design oder auch Erscheinungsbild betrifft alle Elemente mit denen du dein Unternehmen nach außen zeigst, angefangen bei der Arbeitskleidung bis hin zum Webauftritt. Das Ziel eines gelungenen Corporate Designs ist dafür zu sorgen, dass dein Unternehmen gut wiedererkannt wird und sich als „Marke“ positioniert.

Ein paar Dinge dürfen in deinem Erscheinungsbild nicht fehlen, auch wenn du ein kleines Unternehmen führst oder Solopreneur bist. Jedes Business hat einen anderen Schwerpunkte, der sich auch auf die Bedürfnisse des Corporate Designs auswirkt.

Als Betreiber eines Ladengeschäftes hilft dir eine einheitliche Preisbeschilderung und eine Ladenausstattung, die den Formen und Farben deines Designs entspricht.

Wenn du einen Außendienst hast, gehört ein gutes Branding deines Fuhrparks und deiner Werbemittel zu deinen Aufgaben.

Du betreibst einen Onlineshop? Dann setzt du viele visuelle Elemente für Anzeigen, Banner und Produktpräsentation ein und zeigst dein Design intensiv bei deinen Verpackungen.

Dennoch: Ein gutes Corporate Design hat zum Ziel, die Marke aufzubauen und dafür sind diese zehn Elemente meine Empfehlung als solide „Grundausstattung“:

1. Logo

Über den Stellenwert eines Logos und seine Rolle im Unternehmen existieren viele Bücher, zahllose Artikel und Veröffentlichungen. An dieser Stelle habe ich ein paar Stichworte für dich zusammengefasst, was ein gutes Logo ausmacht:

  • Es repräsentiert dein Unternehmen in Form und Farbe
  • Es ist einzigartig-> Das solltest du recherchieren, also schau wie deine unmittelbare Konkurrenz sich präsentiert und vermeide eine „Kopie“. Denk über eine Markeneintragung nach. Dabei helfen auf Markenrecht spezialisierte Kanzleien. Sie unterstützen dich auch bei der für Laien schwierigen Recherche.
  • Die Gestaltung ist klar. Was damit gemeint ist?

    Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem grossen Zeh in den Sand kratzen kann. – Kurt Weidemann

  • Du kannst dein Logo überall einsetzen, angefangen vom Briefbogen bis zur Autobeschriftung. Es ist in jedem Medium gleich gut wiederzuerkennen. Vermeide filigrane Formen, die es dir schwer machen, dein Logo sehr klein abzubilden zum Beispiel auf Werbemitteln wie einem Kugelschreiber. Auch Verläufe sind nicht in allen Druckverfahren umsetzbar, vermeide sie lieber.
  • Es ist zeitlos, schließlich soll es dich ein paar Jahre begleiten. Die großen Marken machen regelmäßige Relaunches, die allerdings meist nur kleine Veränderungen nach sich ziehen.- Ein super Beispiel für einen langfristigen Logoeinsatz mit behutsamen Anpassungen ist die Firma Nivea, die über viele Jahre die Marke stets weiterentwickelt hat.
  • Es ist professionell umgesetzt, das heißt es liegt als Vektor (.svg, .eps, .ai) vor, der unendlich skalierbar ist..Damit kannst du ohne Qualitätsverlust das Brandenburger Tor „branden“, wenn dich jemand lässt..;-)
  • Schwarz-Weiß-Umsetzung: Klar kann jedes Bildverarbeitungsprogramm auf Knopfdruck dein farbiges Logo einfach in schwarz-weiß umwandeln..Wenn das allerdings ohne nachjustieren als Anzeige in der Zeitung landet, kann es sein, dass du ziemlich bleich wirst. Ohne vernünftigen Kontrast sieht deine Anzeige matschig aus. Auch für Werbemittel ist eine “echte“schwarz-weiße Variante sehr hilfreich. Du solltest sie auf jeden Fall in der Schublade haben.

2. Farb- und Gestaltungslinie:

Lege fest, welche Farben  für das Logo und sonstige Gestaltungselemente genutzt werden. Sie ergänzen das Design und sind Teil der Wiedererkennung, als Farbfläche, in Form eines Bogens oder als grafisches Element.

Wenn du mit deinem Designer die Farben definierst, ist es hilfreich sie für alle üblichen Farbsysteme zu beschreiben: Im Folien-und Lackbereich ist es das RAL-System, für Sonderfarben im Offsetdruck werden Pantone-oder HKS-Farben eingesetzt, für den Digitaldruck sind die Farbwerte in CMYK angelegt, im Web wird das Hexadezimalsystem genutzt.

Das erklärt, warum es nicht einfach ist, die gleichen Farben in verschiedenen Medien gleich aussehen zu lassen. Damit du nicht enttäuscht bist, mache eine Liste in welchen verschiedenen Medien dein Logo genutzt wird. Am besten legst du gemeinsam mit einem Profi den größten gemeinsamen Nenner in Form von klaren Farbwerten für die einzelnen Farbsysteme fest.

3. Favicon für die Website:

Viele Logos sind sehr breit oder hoch, das Favicon gibt ein Quadrat vor. Ein Favicon ist dieses kleine Zeichen, das jede Website im Browser anzeigt. Ich persönlich nutze seine Gestaltung gerne, um ein verknapptes Logo zu schaffen, das sich gut für quadratische Socialmediaprofilfotos eignet, als Label oder Stempel. Daher entwickle ich ein vektorbasiertes Icon, das ich dann mit einem Favicongenerator „webtauglich“ mache.

4. Hausschrift für Druckunterlagen

Eine Hausschrift ist auch für dein kleines Unternehmen eine feine Sache, dich einzigartig zu präsentieren. Eine Hausschrift zu nutzen, bedeutet nicht, dir einen eigenen Font zu entwickeln wie Mercedes oder die Telekom. Sie sollte zu deinem Design passen und einen unterstreichenden Charakter haben. Arial und Times New Roman helfen nicht, dein Corporate Design einzigartig zu machen. Deine Hausschrift wird bei all deinen Druckprodukten eingesetzt, also in Broschüren, deinem Flyer, Anzeigen und sonstigen Geschäftsunterlagen. Mehr Infos zu sogenannten Corporate Fonts findest du hier.

Zu dem Thema solltest du dir auch diese schönen Beispiele für angewandte Hausschriften anschauen.

5. Webschrift für die Internetseite

Am sinnvollsten ist ein Font, der deiner Hausschrift nahe kommt. Heute ist das kein Problem mehr. Schau doch mal in die Google Webfonts, vielleicht wirst du da fündig. Bei Fontshop zum Beispiel erhältst du gegen Lizenzgebühren hochwertige Fonts, die für den Einsatz im Web optimiert sind. Auch für Hausschriften ist das eine gute Adresse ;-).

6. Geschäftsausstattung Briefbogen/Rechnung/Visitenkarte

Briefbogen und eine Visitenkarte sind deine minimale Ausstattung in gedruckter Form. Wenn du sehr unterschiedliche Dokumente nutzt, ist eine „zweite“ Briefbogenseite gut , die dein Logo enthält und als Lieferschein, Rechnung oder Angebot vielseitig einsetzbar ist.

Schreibe auf deine Visitenkarte neben den üblichen Kontaktdaten auch die URL deiner Website und vergiss nicht deine Social Media Kanäle anzugeben!

7. E-Mail-Signatur:

Die Signatur wird oft vergessen, dabei ist die E-Mail das häufigste Kommunikationsmittel für viele Unternehmen. Wenn außer dir noch andere Mitarbeiter Mails für dein Unternehmen verschicken, ist eine einheitliche Gestaltung der Signatur selbstverständlich. So verbinden deine Kunden eine Nachricht aus der Buchhaltung genauso mit deinem Unternehmen wie eine Mail vom Kundenservice.

8. Website

Bevor du online gehst, überlege dir zunächst, welchen Zweck deine Website erfüllen soll. Willst du dort konkret verkaufen oder brauchst eher ein digitales Portfolio?

Vergiss nicht, deine Website mit deinen sozialen Kanälen und Netzwerken gut zu verknüpfen. Annette Schwindt hat dazu ein tolles E-Book verfasst, das du auf ihrer Website kostenlos herunterladen kannst:

9. Beispiele Printanzeigen/Banner

Wenn du regelmäßig Anzeigen schaltest und vielleicht sogar unterschiedlichen Angeboten, hilft es deiner Wiedererkennung, einen gemeinsamen Rahmen zu definieren..Wo steht dein Logo, wie groß ist deine Headline, welche Gestaltungselemente nutzt du?

Baue dir Anzeigenvorlagen für Print und Onlinewerbung, in denen du einen roten Faden für unterschiedliche Formate schaffst.

10. Posts für Social Media (Facebook, Twitter, Instagram)

Hier hilft das Social Media Cheat Sheet, das alle wichtigen Größen für Posts, Profilfotos, Bilder oder Memes der üblichen sozialen Netzwerke enthält. Auch hier empfehle ich dir, Beispielposts mit Gestaltungselementen für die verschiedenen Netzwerke zu erstellen, die du mit anderen Inhalten wiederverwerten kannst.

Das waren meine Tipps für ein gutes Corporate Design, das dir langfristig hilft, eine echte Marke aufzubauen. Klar, mehr geht immer…Was sind deine Empfehlungen, was in ein Corporate Design unbedingt gehört?

Erzähle mir davon in den Kommentaren und wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich übers Teilen!

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