Bilder selbst herstellen - für Blog und Website

Fotos, Bilder Grafiken – mach‘ sie selbst!

Warum ich meine Bilder selbst herstelle und auf Stockfotos verzichte

Um es auf einen Punkt zu reduzieren: Ich bin selbstbestimmt und kann meine Zeit für Bilder einsetzen, die zu mir passen und mich kein Geld kosten! Nutzer von fremden Fotos, Grafiken und Bildern müssen eine Menge beachten, um das ich mich nicht kümmern brauche. In diesem Artikel zeige ich dir, welche Nachteile Stockfotos haben.

Um es vorweg zu nehmen: Ich habe auch einige Ideen für dich, wie du sehr kostengünstig dein Bildmaterial erstellen kannst.

 

Stockfotos kosten Geld

Es gibt jede Menge Bildagenturen, bei denen du dich mit Fotos und Grafiken eindecken kannst. Gute Qualität kostet Geld und das für jeden Artikel, den du schreibst. Bildagenturen haben eigene Regeln. Während die eine mit „Credits“ arbeitet, bezahlst du bei der nächsten pro Bild. Ich finde es nicht einfach, da wirklich durchzublicken.

Hinzu kommt, dass du dich bei jeder Bildagentur anmelden musst und Kreditkartendaten hinterlegst. In den Betrieben, wo ich im Marketing für die Bilderbeschaffung verantwortlich war, haben wir meist mit mehreren Stockagenturen gearbeitet, weil das gesuchte Motiv nicht immer bei der ersten zu finden ist.

Wenn du  oft Bilder brauchst und eine Bildagentur gefunden hast, die deinem Geschmack entspricht, kann eine Abolösung das Richtige für dich sein.

Aber: Lies das Kleingedruckte genau durch, vor allem, was die Lizenz betrifft. Prüfe genau, ob du das Bild wirklich für deine Zwecke nutzen kannst oder verändern darfst. Wenn du es für deinen Blog einsetzt, kann jeder es über die sozialen Medien teilen, zum Beispiel per Pinterest-Button.

Dafür brauchst du bei vielen Stockagenturen eine entsprechende Lizenz. Das ist einleuchtend. Schließlich wird das Bild in einem größeren, für dich nicht kontrollierbarem Rahmen genutzt. Auf keinen Fall solltest du „geizig“ sein und eine zu „kleine“ Lizenz kaufen.

Und was ist mit kostenlosen Bildern?

Kostenlosen Bildern mangelt es oft an Qualität und nicht jeder, der da Bilder hochlädt ist ein begnadeter Bildgestalter. Natürlich findest du auch qualitativ hochwertiges Material, dass du darauf prüfen solltest, ob und in welchem Umfang du es nutzen kannst.

Ein wichtiges Kriterium für kostenlose Bilder ist, dass sie der Creative Commons Lizenz unterliegen. Es gibt verschiedene Varianten und nicht alle lassen den professionellen Einsatz zu. Mehr Infos findest du auf der deutschen Creative Commons Seite. Ohne eine Lizenz, die eine kommerzielle Nutzung erlaubt, rate ich dir dringend davon ab, da in letzter Zeit immer wieder Abmahnwellen gestartet wurden.

 

Meine Bilder – meine Rechte

Was du bei du eigenen Bildern beachten musst

Zugegeben: Der Rahmen, in dem du wirklich keinen Menschen fragen musst, ob du das darfst, ist begrenzt. So verbieten viele Museen das Fotografieren genauso wie viele Künstler in Shows und Konzerten.

Bei Personen, die klar auf dem Bild zu erkennen sind, solltest du dir das Einverständnis holen oder sogar einen Modelvertrag einsetzen, der die weitere Bildverwertung regelt. Das kann sinnvoll sein, zum Beispiel wenn du Kunden ablichtest, um die Bilder für deine Unterlagen oder deine Website zu nutzen.

Der Streit um die Eiffelturmfotos macht klar, dass du selbst Fotos von Gebäuden nicht ohne weiteres (kommerziell) nutzen kannst.

Daher vermeide ich ungefragt Personen , Kunstwerke (außer im öffentlichen Raum) und Innenräume abzulichten.

Rechtliche Fallen bei fremdem Bildmaterial

Neben den anfallenden Kosten ist für mich ein wesentliches Argument, dass es noch mehr Sorgfalt erfordert, fremde Bilder rechtssicher einzusetzen. Grundsätzlich gibt es zwei Aspekte, die wichtig sind. Zum einen brauchst du eine Lizenz, die dich berechtigt, das Bild in einem definierten Umfang zu nutzen. Das kann eine kostenpflichtige Lizenz einer Stockagentur sein, oder auch eine kostenfreie CC Lizenz. Achte darauf, dass du das Foto nur so nutzt, wie die Lizenz es vorsieht. Ist zum Beispiel die Veränderung ausgeschlossen, darfst du das Bild weder umfärben, retuschieren, beschneiden oder ähnliches.

Der zweite Aspekt ist der richtige Umgang mit dem Urheberrecht. Viele sprechen davon, dass sie ein Bild kaufen. Das ist so nicht richtig. Mit einem bezahlten Stockfoto erwirbst du das Recht auf die Nutzung. Ein Fotograf gibt mit deinem Kauf sein Urheberrecht nicht auf. Er ist und bleibt der Urheber, auch wenn er dir  kostenlos oder gegen Gebühr die Möglichkeit einräumt, sein Werk zu nutzen.

Immer wieder entstehen Mißverständnisse.  Verschaffe dir einen Überblick, wie du Bilder rechtssicher einsetzt. Alternativ droht dir eine auf jeden Fall unangenehme und mit Pech auch teure Abmahnung.

PS: Vergiß nicht den Urheber am Bild zu nennen.

Bildersuche ist zeitaufwändig!

Bildersuche kostet viel Zeit! Um ein passendes Bild für deinen Artikel zu finden, kann schon eine Stunde und mehr ins Land gehen. Als Studentin habe ich diverse Praktika absolviert. Nicht umsonst war eine häufige Tätigkeit die Bildersuche. Damals gab es noch keine Stichwortsuche, sondern einen Raum, der voll mit Bildkatalogen war. Da bekam ich einmal den Auftrag einen Hubschrauber im Flug zu finden, der von oben fotografiert war. Als ich ihn Stunden später fand, war die Bildidee bereits gestorben. Schade ;-(

Das Problem bei der Bildersuche ist, dass du sehr abhängig davon bist, wie gut das Foto getaggt ist und wie schlau du die Stichworte auswählst. Das ist nichts für mich! Ich habe mich schon oft gewundert, in welche Rubriken Bilder einsortiert werden, vor allem bei metaphorischen Bildaussagen.

 

Spaß am Selbermachen

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Meine Bilder selbst herzustellen macht mir einen Riesenspaß. Da ich mich entschlossen habe, ausschließlich Bilder zu nutzen, zu denen ich durch „eigene Herstellung“ das Nutzungsrecht habe, spare ich ganz nebenbei lästige Zeit zum Suchen.

Statt dessen entwickle ich bei der Themenfindung für einen Artikel bereits Bildideen, die ich zeichnerisch oder bildlich umsetze. Mir fällt das leichter, als das passende Bild in einem Stockarchiv zu finden, dass meine Idee auf den Punkt bringt.  Ich muss also ein Bild finden, dass haargenau passt oder dass ich gegebenenfalls anpassen darf.

Probiere es aus und spiel ein bißchen. Sei kreativ und gehe mit offenen Augen durch die Welt. Es gibt so viele Motive und Möglichkeiten deinen Inhalt bildlich zu unterstützen.

 

Eigene Bilder haben eine gemeinsame Handschrift

Eins der wichtigsten Argumente gegen Stockarchive, ist die Schwierigkeit für einen Blog oder eine normale Website Bilder zu finden, die wirklich zusammen passen. Gute Agenturen entwickeln für ein Corporate Design ein passendes Bildkonzept.

Warum? Weil neben den grafischen Elementen die Fotos die gleiche Aufgabe haben: Die Anmutung und Aussage des Unternehmens optimal auszudrücken. Wenn die Bilder nicht zum Design passen oder aufgedrückt sind, leidet die Gesamtwirkung. Die Folge kann ein verwässerter Markenauftritt sein.

Selbst wenn ich dich nicht überzeugen kann auf Stockbilder zu verzichten:
Erstelle ein Bildkonzept, in dem du aufschreibst, welche Tonalität und welchen Stil die verwendeten Bilder haben.

Das hilft dir zu entscheiden, ob ein Foto passt oder nicht. Gute Bilder sind stimmig und erzählen eine gemeinsame Geschichte für und über das Unternehmen.

 

Vergiß das Model als Platzhalter

Ich wundere mich immer wieder, dass Unternehmen mit vielen Mitarbeitern (auch im Kundendienst) offensichtlich Stockfotos nutzen. Statt eigener Mitarbeiter am Arbeitsplatz siehst du aufgesetzt wirkende Models mit Headset auf dem Kopf. Das ist in meinen Augen eine Verschwendung von Geld und Glaubwürdigkeit.

Wieviel sympathischer und authentischer wirkt es, den potentiellen Gesprächspartner mit Namen auf einer Website zu sehen?

Gerade bei Bildern, die den Betrieb beschreiben, macht es keinen Sinn Stockfotos einzusetzen. Die Kosten für einen Fotografen, der ins Unternehmen kommt, lohnen sich allemal.

Du solltest auch im Hinterkopf behalten, dass Stockfotos nicht nur von dir benutzt werden. Das kann peinlich werden, wenn dein Bild vom Kundendienst auch bei anderen zu sehen ist. Hier kannst du dir ein peinliches Beispiel aus der Politik anschauen.

 

Ideen

Datenschrott recyceln: Ist das ein Bild oder kann das weg?

Datenmüll zum Bilder selbst herstellen - für Blog und Website
Datenmüll oder schöner Verlauf?

Du bist unterwegs, zückst dein Smartphone um etwas zu fotografieren und aus Versehen wird es unscharf…Kennst du das?

Alternativ reicht es dem Kind den Fotoapparat zu leihen und zu schauen, was auf den Bildern ist. Bei uns werden sehr gerne die Kuscheltiere fotografiert oder der Straßenrand aus dem Auto.

Im Prinzip ist das Datenmüll. Dieser „Schrott“ bietet sich manchmal als Hintergrund für einen Social Media Post an. Es lohnt sich einen genaueren Blick auf ungewollte Bilder zu werfen.

Lego, Filly und Co

Helden aus dem Kinderzimmer
Helden aus dem Kinderzimmer

Für manche Bildideen brauchst du vielleicht Statisten. Schau dich doch mal im Kinderzimmer um, was sich dir da bietet:  Steine,Figuren und Co. Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung: Es sollte lediglich Beiwerk sein und nicht die Marke des Spielzeugherstellers im Fokus haben.

Nutze deine eigene Handschrift

Unzählige Stockfotos zeigen Bürosituationen am Rechner, am Schreibtisch oder im Besprechungsraum. Wenn es denn so ein Motiv sein soll, schau dir an, wie du es in DEINEN Räumen umsetzen kannst. Du hast bestimmt einen Stift und ein Notizbuch oder passendes Material. Ein Bild mit einem handgeschriebenen PostIt ist schneller hergestellt, als du es bei einer Stockagentur gefunden und angepasst hast.

Sketchnotes

Als Designerin habe ich den Vorteil, dass ich zeichnen kann – egal ob mit dem Rechner oder einem Bleistift. Viele Dinge lassen sich gut von „Nicht-Zeichnern“ umsetzen, mit dem richtigen Handwerkszeug.

Meine Empfehlung: Kaufe dir das Sketchnotehandbuch von Mike Rohde, mit dessen Hilfe du dir eine kleine Bibliothek von Zeichen und Icons erstellen kannst.

Diese kleinen Zeichnungen lassen sich prima als png ohne Hintergrund in ein Bild integrieren. Ebenso empfehlenswert finde ich die Reihe von Bikablo, die auch vehementen Zeichenverweigerern einfache Wege zum Visualisieren aufzeigen.

Es geht nicht um Kunst, sondern darum, dass dein Bild, deine Zeichnung oder Grafik deinen Inhalt unterstützt. Inspiration für diverse Begriffe findest du bei Sandra Schulze, die eine Art Sketchnote Lexikon angelegt hat.

Sortiere deine Bilder

Einen Fotoapparat oder zumindest das Smartphone habe ich immer dabei und bin bereit, einen schnellen Schnappschuss zu machen. Wenn du deine fotografischen Notizen effektiv nutzen möchtest, solltest du dir angewöhnen, sie vernünftig zu organisieren. Ich nutze Google Fotos und die iCloud zum Sammeln meiner Bilder und habe mir verschiedene Ordner angelegt. Für Social Media Posts nehme ich gerne eine schöne Struktur als Hintergrund. Daher findet sich in meinem Bildarchiv ein Ordner „Hintergründe“, in dem ich Wolken, Gräser, Fassadenstrukturen und Oberflächen sammle. Du weißt nie, wann du es gebrauchen kannst.

Bilder selbst herstellen – Tipps und Tricks

Zum Schluss möchte ich dir noch zwei Artikel ans Herz legen, die dir helfen, bessere Fotos zu machen.

Die Zielbar hat 10 Tipps zusammengestellt, wie du mit deiner Kamera oder deinem Smartphone gute Ergebnisse bekommst.

Sven Lennartz von Conterest haut in die gleiche Kerbe und findet nicht viel Gutes an Stockfotos, vor allem in Blogs. Hier hat er eine umfangreiche Liste hilfreicher Artikel zusammengestellt für tolle Blogfotos.

 

Im nächsten Artikel zeige ich dir ein paar Werkzeuge mit denen du deinen Bildern den richtigen Schliff verpassen kannst.

 

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn du ihn teilst und mir einen Kommentar da lässt ;-).